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BLAUER CONTAINER in DUISBURG 2018

2. bis 17. Juni

Die Grottenkunst aus Duhuang wird zum ersten Mal in Deutschland gezeigt
06 May 2018

Seidenstraßen-Präsentation im Duisburger Rheinpark

DUISBURG – Die Grotten von Duhuang in West-China zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Repliken dieser Wandgemälde, die Mönche zwischen dem 4. Und 12. Jahrhundert in schroffe Felswände geritzt haben, wurden bisher nur in New York und in London gezeigt. Annette Juliano, Professorin für asiatische Kunstgeschichte an der Rutgers-Universität in New Jersey, hält diese Malereien und Skulpturen für die „großartigste historische Hinterlassenschaft buddhistischer Kunst“. Ab 2. Juni dieses Jahres wird die Kunst der Duhuang-Grotten zum ersten Mal in Deutschland gezeigt – und zwar für zwei Wochen im Rheinpark Duisburg.

In New York und London haben die Wandbilder und Figuren jeweils Zehntausende Besucher angelockt. Den Erfolg begründet Annette Juliano mit der Art der Präsentation: „Meist sieht man in Museen Buddha-Statuen als Einzelstücke, und es gibt keine Sicht auf das gesamte Umfeld.“ Da ist in dieser Ausstellung anders. Auch in Duisburg wird man einen umfassenden Eindruck haben, verspricht Organisator Jian Guo. Er ist der 1. Vorsitzende des Vereins für Deutsch-Chinesischen Kulturaustausch für Kunst und Design (DCKD) mit Sitz in Düsseldorf. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die von der chinesischen Regierung betriebene wirtschaftliche Wiederbelebung der Seidenstraße mit kulturellen Aktivitäten zu begleiten.

Den Auftakt macht Anfang Juni 2018 der Start des Kunstzugs „Blue Container“ vom Duisburger Hafen in Richtung Peking. Haltepunkt werden Taschkent in Uzbekistan, Astana in Kasachstan und Urumqi in China sein. Hier werden sich jeweils für zwei Wochen mitreisende Künstler aus Seidenstraßen-Anrainerstaaten, unter ihnen vier deutsche Maler und Bildhauer, präsentieren.

Höhepunkt aber soll vom 2. bis um 10. Juni 2018 die China-Präsentation im Duisburger Rheinpark sein, in deren Mittelpunkt die Grotten von Duhuang stehen. Der thematische Bezug zur Seidenstraße ist schnell hergestellt, denn Dunhuang war jahrhundertelang wichtige Station dieser Handelsstraße, die Zentral- und Westasien mit Europa verband. Der ehemalige Düsseldorfer Regierungspräsident Jürgen Büssow, der DCKD als Berater unterstützt, war unlängst selbst in Duhuang. Und er war fasziniert: „Die Farben und Bilder sind überwältigend.“

Die Chinesen belassen es in Duisburg aber nicht nur bei der Ausstellung der Grottenbilder. Insgesamt sind vier weitere Kulturhallen geplant. Ihre Themen: chinesische Tuschmalerei, Kunst und Technologie, Medien sowie Zeitgenössische Kunst.

Die Halle zur Zeitgenössischen Kunst ist hochkarätig besetzt und dürfte ebenfalls große Aufmerksamkeit finden. Neben Filmemacher Wang Bing, einem Teilnehmer der letzten Documenta in Kassel, sollen der Fotograf Gao Bo, der Maler Shen Shaomin, die Multimedia-Künstlerin Xing Dauwen sowie der Performance-Artist Kwok Mang Ho ihre Werke zeigen. Dazu kommen fünf Künstler, die in Deutschland leben und arbeiten: Heinz Baumüller, Irina Mathes, Ulrike Möschel und Mansour Ciss aus der Düsseldorfer Szene sowie der in Duisburg ansässige Gil Shachar.

Kuratiert wird die Ausstellung von DCKD-Artdirektor Yang Shu: „Wir sind stolz darauf, Künstler präsentieren zu können, die von internationalem Rang sind und bereits in Paris oder New York gezeigt wurden.“